#Alltagstalkdonts

Sprache ist Bindung

von Manuela

„Blöde Mama!“

Als ich vor Jahren einen Kindergartenplatz suchte, landete ich direkt an einem Infoabend in einem Gespräch mit der Leitung einer Einrichtung.
Sie erzählte mir von ihrem eigenen Erlebnis mit ihrer Tochter, im Supermarkt. Es ging um „Erziehung„.

Die Tochter wollte etwas haben, bekam es nicht. Sie reagierte so, wie sie es eben konnte: „Blöde Mama!“

Nur reagierte die Mutter zurück – so, wie ihre Tochter: „Blöde Mütter haben blöde Töchter.“

Kinder werden unterbewusst objektiviert

📌Prinzip: Wie du mir, so ich dir.

Was passiert hier genau?

Die Mama, die von ihrer Tochter „objektiviert“ wurde, objektiviert zurück.
Ich war schockiert. Damals wie heute und ich weiß, dass es schwierig ist, solche Situationen auszuhalten. Trotzdem.

  • Wie-du-mir-so-ich-dir ist nichts als ein Liebesentzug, ein Beziehungsabbruch, Trennung.
  • Wie-du-mir-so-ich-dir ist kein reifes, überlegtes, soziales Agieren. Und gerade das wollen wir unseren Kindern ja beibringen, eigentlich. Oder?

Warum „blöde Mama?“

Da ist ein Schmerz bei deinem Kind. Bereits vorher hat jemand, ganz unterbewusst, dein Kind abgewertet. Es beschämt. Es zu etwas gemacht, ihm oder ihr „einen Stempel“ aufgedrückt, es zum Objekt gemacht.

Kinder lernen dann, „wie das geht“. Und sie objektivieren zurück.

In dem Moment jedoch, wo die Mama dann mit gleicher Münze (erneut) „heimzahlt“, lernt das Kind, dass seine unerfüllten Bedürfnisse (Genuss) und die dazugehörigen Gefühle (Trauer) für die Mutter inakzeptabel sind und besser nicht ausgelebt werden sollten, wenn es weiterhin geliebt werden möchte.
Sie versteht, dass ihr Verhalten schuld daran ist, dass sie keine Liebe, kein Verständnis, keine Annahme von ihrer Mutter erhält.

Die Folge: Die Tochter wird versuchen, ihre Gefühle und Wutausbrüche zu meiden und zu unterdrücken – um auch in solchen Momenten geliebt zu bleiben.

Wenn es dir möglich ist, annehmend zu sein bei diesem starken Gefühl, ist die Situation besser gestaltbar.

Annehmen, dass sie wütend ist, annehmen, dass sie traurig ist. Mit ihr bedauern, dass der Wunsch für etwas heute unerfüllt bleibt…und vielleicht nach gemeinsamen Lösungen suchen, die das dahinterliegende Bedürfnis nährt.

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