Podcast #86 – Warum kleine Schritte so wichtig und notwendig sind

Vielleicht wünschst du dir auch, dass “gleich sofort” alles besser wird? Dass es dir ”immer” gelingt in emotional schwierigen Moment ruhig und gelassen zu bleiben, empathisch dein Kind zu begleiten und “immer” die passende Reaktion parat zu haben? Dass du so, wie du es dir (zeitlich) wünschst, mit all deinen Vorhaben und Projekten voran kommst?

Wenn sich der gewünschte schnelle Erfolg nicht gleich einstellt, ist die Ent-täuschung (ja, damit das Ende einer Täuschung!) meist groß. Denn wir hängen so sehr an der Illusion des “sofortigen, großen Erfolgs” ohne zu erkennen, wie wichtig es ist, kleine Schritte zu gehen und diese zu würdigen.

Heute möchte ich mti dir über die Wichtigkeit der kleinen Schritte sprechen, die wir im Alltag gehen müssen, und warum es manchmal entscheidend ist, die großen Schritte, nach denen wir uns sehnen, für einen Moment beiseite zu legen.

In dieser Podcastepisode erfährst du, warum es notwendig und wichtig ist, kleine Schritte zu gehen.

Du erhältst daher hier heute Einblicke

  • in welchen Gedankenkarussellen und Illusionen wir stecken, die uns im Wachstum bremsen,
  • wie du große Träume in kleine Schritte zerlegst,
  • warum der Fokus nicht auf dem Endziel, sondern auf dem Weg liegen muss und
  • warum kleine Schritte der Schlüssel für dein Wachstum und das Leben sind

Eine Episode, die so wichtig ist und auch von Herzen zu dir kommt:

Die Latte hängt zu hoch

Die Idee für diese Episode hat ein Comic ausgelöst, den mein Mann mir gezeigt hat. In diesem Comic gibt es zwei Leitern – eine mit einzelnen großen und eine Leiter mit vielen kleinen Sprossen. Ein Mensch versucht verzweifelt, die große Stufe zu erklimmen, während ein anderer bereits die zweite Sprosse der normalen Leiter erreicht hat. Darunter steht: Warum ist es wichtig, in kleinen Schritten vorzugehen. 

Denn wir kommen nur so voran!

Dieser Comic hat mich regelrecht inspiriert, denn er verdeutlicht, wie oft wir uns in Gedankenkarussellen verlieren, die uns davon abhalten, kleine Schritte zu gehen. Egal, ob beruflich oder privat, wir sehnen uns oft danach, sofortige Erfolge zu erzielen, und vergessen dabei die Bedeutung der kleinen Schritte.

Aber warum ist es so? Und was hindert uns daran, sie zu gehen und uns auf dem Weg zu machen unseren Träumen und Zielen zu erreichen?

Die Antwort liegt in unserer Erwartung, in den Erfahrungen und Ängsten.

Die Maske des Erfolgs – die Illusion

In unserer heutigen Welt, die von sofortigen Belohnung geprägt ist, sehnen wir uns oft nach schnellen Erfolgen. Wir sehen Bilder in der Bubble der sozialen Medien von Menschen, die scheinbar über Nacht erfolgreich wurden, die alles „perfekt“ machen und zeigen „wie es richtig geht“ in Mutterschaft, Achtsamkeit, Business, Sport, Ernährung, in der Liebe – alles ist verfügbar und überall das „Idealweg“ sichtbar.

Dadurch wird so sehr suggeriert, dass jeder andere Weg „falsch“ ist .

Es entsteht eine „Du bist nicht gut genug„-Botschaft, wenn du es nicht so machst, zeigt sich deutlich. („Du bist zu viel…zu wenig…zu langsam…zu schnell…, deswegen schaffst du es nicht…“)

Träume, die du hast, legst dann oft beiseite, weil dir die Stimme des Egos flüstert: “Das wird eh nichts”, “du kannst das nicht”, “komm echt, Schuster, bleib bei deinen Leisten”.

Doch der sofortig Erfolg ist eine Illusion. Der Druck, alles sofort erreichen zu müssen, kann uns in diese Gedankenkarussellen verstricken und uns den Eindruck geben, dass wir scheitern, wenn wir nicht sofort erfolgreich sind.

Wenn du dich also auf große Sprünge konzentrierst, all deine Energie darauf setzt und es dir nicht gelingt, entsteht eben diese „self-fulfilling prophecy“: Du versuchst etwas, es gelingt dir nicht (auf Anhieb) und lässt es du es dann lieber sein. Die Angst vor dem nächsten großen Schritt und damit ggf. nächsten Scheitern hindert dich daran, es noch einmal zu probieren.

Die Konsequenzen dieses Denkens sind jedoch hoch – denn du bezahlst mit deinen Träumen.

Loslassen von Selbstüberforderung

Der Glaube an sofortigen Erfolg führt oft zu Frustration, Enttäuschung und einem Mangel an Ausdauer. All das geht einher mit einer starken Selbstkritik, die oft in der Schwächung des eigenen Selbstwerts mündet (weil du dich zudem mit einer Lüge und Illusion vergleichst).

Statt schließlich von A nach Z zu hechten, helfen dir kleine Schritte darin, dich auf den Prozess des Wachsens zu konzentrieren, zu dem es auch gehört, Fehler zu machen.

Wir verstehen, dass (kleinen) Fehler Teile des Lernens sind und dass sie uns auf unserem Weg weiterbringen, anstatt uns zurückzuwerfen. Darüber hinaus helfen uns kleine Schritte, den Fortschritt zu messen und unser Selbstvertrauen zu stärken. Wenn wir regelmäßig kleine Erfolge erzielen, fühlen wir uns motiviert und bestärkt. Dieser positive Verstärkungseffekt treibt uns weiter an und fördert langfristiges Wachstum.

Die Frage muss also sein: „Welcher Schritt ist so klein, dass ich ihn garantiert gehen kann?“

Die Notwendigkeit der kleinen Schritte für dein (Seelen)Wachstum

Das Verständnis über „kleine Schritte“ hat nicht nur Auswirkungen auf unsere Ziele, sondern auch auf unsere Persönlichkeitsentwicklung. Sie formt uns zu den Menschen, die wir werden auf dem Weg, den wir da gehen!

Kleine Schritte ermöglichen es uns, achtsamer zu sein und im Moment zu leben. Wir konzentrieren uns auf den nächsten Schritt vor uns, anstatt uns von der Angst vor der Zukunft oder der Frustration über die Vergangenheit überwältigen zu lassen. Dies führt zu einem tieferen Verständnis von uns selbst und unserer Umwelt.

Du kannst erkennen, dass du dich im natürlichen Prozess des Lebens befindest, in dem es Zeit braucht zum (er-)Wachsen, zum Reifen, zum Erblühen und schließlich zum Ernten.

Ein Weg, der begleitet ist von Stürmen und Tiefs, die das Leben zwangsläufig mit sich bringt.

Wenn du dir klar bist über die Macht der kleinen Schritten und es dir erlaubst in dem Tempo zu gehen, wie es FÜR DICH passt, gehst du den Weg der Dankbarkeit, des Optimismus, der Güte und Demut.

Du erkennst, dass du einfach im und am Leben bist, auf dem Weg, dich zu dem zu entwickeln, was entfaltet werden will!