Beziehung

Bedingungslose Elternschaft

von Manuela

Bedingungslose Elternschaft leben – 4 Gründe, warum dir dein Kind nichts schuldig ist

Kürzlich schrieb mir ein Leser auf meine Newsletter einen wichtigen Kommentar, der ausschlaggebend ist für diesen Blogartikel:

Schon mal dran gedacht, dass auch WIR Eltern zählen und mal Zuwendung und Verständnis brauchen? Was ist damit, dass man alles für seine Kinder tut und sie es einem nicht danken, geschweige denn merken? Und ich rede nicht von finanziellen Zuwendungen oder Belohnungen, etc. Ich denke an Ratschläge, Hilfsangebote, ein offenes Ohr, Zeit miteinander (!) – und es wird abgelehnt!“

In diesen Blog gebe ich dir vier Gründe, weshalb dein Kind dir nicht dankbar sein muss und dir nichts schuldig ist. Gleichzeitig zeige ich dir, wo du doch sehen und erleben kannst, dass dein Kind dich bedingungslos liebt und dir die Wertschätzung gibt, die du eigentlich suchst!

Bedingunglose Elternschaft ist eine Schlag für unser Ego

In all meinem Wirken und Tun geht es um die bedingungslose Elternschaft. Dabei geht es darum, Kinder dafür zu lieben, wer sie sind statt dafür, was sie tun.

Es geht in der bedingunglosen Elternschaft um die innere Haltung dessen, dass sich Kinder unsere Liebe niemals verdienen müssen, weil die Liebe ein Geschenk ist, das keine Rückforderung bedarf!
Egal wie Kinder sind – ihr Wesen, ihr Verhalten darf keinen Einfluss darauf haben, wie Eltern sie betrachten. Es geht darum, dass der innere Kern des Kindes bedingungslos angenommen wird, sie es wert sind, jeden Tag einfach für ihr Sein gefeiert zu werden!

Es geht in der bedingunglosen Elternschaft um die innere Haltung dessen, dass sich Kinder unsere Liebe niemals verdienen müssen, weil die Liebe ein Geschenk ist, das keine Rückforderung bedarf!

Genau das ist eine Haltung, die die meisten Erwachsenen (gerade in unserer industrialisierten, westlichen Gesellschaft) selbst nicht erfahren haben und schließlich einen tiefen Schlag für das eigene Ego darstellt:

So ist es oft schwer zu glauben und vor allem die Erfahrung schmerzlich, wenn wir feststellen (und damit uns „Dinge bewusst“ werden!), dass wir vielleicht

  • Eltern geworden sind, um unsere eigenen Sehnsüchte (z.B. nach Liebe, Familie, Geborgenheit) zu befriedigen und eigene Illusionen zu verstärken (z.B. „jemand zu sein“, „Einfluss zu haben“)
  • unsere Kinder dazu benutzen, Bedürfnisse in uns zu erfüllen und damit die eigenen inneren Verletzungen unser Selbsts zu heilen
  • unseren Kindern Verantwortung, Schuld und Rollen zuweisen und/oder übertragen, die nicht ihre sind, um uns dadurch ein gewisses Selbstwertgefühl zu verschaffen

Unser Ego ist dabei die Vorstellung und das Festhalten des Bildes von uns selbst. Es ist bestückt mit all unseren Glaubenssätzen, Denkmustern, (negativen) Erfahrungen, die unsere gesamte Art zu Denken, Fühlen und Handeln bestimmen.

In der bedingunglosen und bewussten Elternschaft, mein Ziel für dich und deine Eltern-Kind-Beziehung, geht es um eine „Erziehung“ in voller Akzeptanz und Würdigung des Kindes (=menschliches Wesen), wie es eben in jedem Moment ist.

Bedingunglose Elternschaft ist frei von Schuldzuweisungen- und übertragungen!

#1 Kinder sind

Mit diesem Verständnis über die Annahme des Ist-Element der Elternschaft wird klar, dass Kinder einfach sind.

  • Sie sind einfach – im Hier und Jetzt.
  • Sie fühlen – im Hier und Jetzt.
  • Sie spielen – im Hier und Jetzt.
  • Sie träumen – im Hier und Jetzt.
  • Sie leben – im Hier und Jetzt.

Diese Erkenntnis bringt eine große Lektion für die Elternschaft mit sich – nämlich die, dass wir lernen dürfen, die Kontrolle aufzugeben und sich (buchstäblich) „auf das Leben“ (nämlich das lebendige Wesen vor dir) einzulassen und auf den Ist-Zustand zu reagieren.

Das heißt, dein Kind zu nehmen, wie es eben gerade ist (mit all seinen Gefühlen, Bedürfnissen, Wünschen), statt es zu formen oder zu drängen in eine Richtung (oder Rolle), wie du es gerne hättest.

Dabei sind Kinder, zumindest solange, bis

  • sie ein Gefühl von „Zeit“ entwickelt haben,
  • negative Erfahrungen machen (und daraus ihre Konsequenzen in Form von Selbstschutzmechanismen formen),
  • Impulskontrolle und Bedürfnisaufschub erlernen,
  • in ihrer Fähigkeit zu denken, in ihrer Verantwortung und ihrem Aufgabenbereich immer „Erwachsener“ werden (und damit oft leider „ernster“ werden, statt kindlich – d.h. nicht kindisch! – zu bleiben) – und damit auch mehr und mehr den Zugang zu sich, ihrer Kreativität, dem Hier und Jetzt „verlieren“ (sog. „lieblose Erwachsene“, ich komme an anderer Stelle darauf zurück)

immer und ausschließlich in der Gegenwart präsent. Und eben nicht wie Erwachsene in (vergangenen) Gedanken versunken oder agierend, weil sie in (zukünftigen) Gedanken schwelgen.

Wenn wir also erwarten, dass sie „jetzt“, wo wir können und „Zeit“ haben, unsere Zeit für „Miteinander“ wahrnehmen, merken, annehmen, dann ist das der Blick des Erwachsenen (Egos): ”Ich hab jetzt Zeit für dich – nimm sie!”

Aus der Perspektive des Kindes ist das anders: Es hat in einem bestimmten Moment das Bedürfnis nach Nähe und Kontakt, Sehnsucht nach seinen Eltern, das Bedürfnis nach Spiel, Hilfe, Zweisamkeit. Und nicht dann, wenn Eltern „Zeit“ dafür haben. Dann ist meist zu spät.

Erfahren Kinder dann Missbilligung für ihre Verhalten, gerade auf Beziehungsebene zu den Eltern, geben sie zukünftig einen Teil ihrer Integrität auf um das Bedürfnis der Eltern zu erfüllen.
Kurz: Sie stecken zurück, aus Angst, die Liebe der Eltern auf’s Spiel zu setzen, während sie selbst ihre Eltern gleichzeitig bedingunglos lieben!

#2 Kinder lieben bedingungslos

Wertschätzung ist uns Menschen in Beziehung deswegen so wichtig, weil es uns “zeigt”, dass der andere uns liebt, sieht, anerkennt. Auch Eltern-Kind-Beziehungen sind Beziehungen – allerdings mit einem ganz wichtigen Unterschied: Kinder lieben ihre Eltern immer bedingungslos.

Kinder sind hier in diese Welt gekommen, leben bei den besten Eltern, die sie sich wünschen könnten (bzw. bei den Eltern, die sie sich für ihre seelische Entwicklung ausgesucht haben).

Kinder gehen immer davon aus, dass alles, was ihre Eltern tun, zum besten Wohle der Familie ist.

Das betrifft physische und psychische Gewalt genauso wie bedingungslose Liebe. Kurz: Egal, was du als Elternteil tun oder sagen wirst, dein Kind liebt dich und sucht in Konfliktsituationen immer zuerst den „Fehler“ bei sich. Es denkt, bei dem Schmerz, das es erfährt, dass es seine Berechtigung hat, denn du als Elternteil weißt es ja besser und tust alles zum besten Wohl aller!

Alles, was du tust, ist genau „wie es sein soll“ für dein Kind – auch wenn es gegebenenfalls seine Integrität für die Beziehung und das Wohl der Familie aufgibt.

Kinder, die letztendlich in der Angst aufgewachsenen sind, die Liebe zu den Eltern zu verlieren, werden schließlich Erwachsene mit „verletzten inneren Kindern“, die, wie oben beschrieben, als Erwachsene im Ego reagieren.

#3 Kinder sind nicht fähig deine Perspektive zu übernehmen. Noch nicht!

Wenn ich mir Wertschätzung, Dankbarkeit oder Anerkennung von meinem Kind wünsche, egal wofür, dann erwarte ich indirekt folgende Kompetenzen:

  • Mitgefühl
  • Verständnis
  • Einsicht über die Herausforderungen, die ich habe
  • Fähigkeit abwägen und Dinge einschätzen zu können

Es ist für Kinder nicht möglich, die Welt der Erwachsenen zu fassen! Was bedeutet es denn “zu arbeiten” genau? Was bedeutet es denn “den Haushalt” zu machen? Was bedeutet es denn, “Erwachsen” zu sein? Und was ist “Geld” eigentlich? Und warum haben Erwachsene “keine Zeit”? Und warum “müssen” Erwachsene immer?

Um ferner Wertschätzung geben zu können, muss ich einen Vergleich anstellen können, in dem ich den Menschen mit seinen Leistungen, seiner Hingabe sehe:

  • „Ich sehe, wie du A und B wuppst.“
  • „Ich nehme wahr, wie sehr du dich bemühst.“
  • „Ich beobachte schon länger deine Hingabe und Geduld.“

Denn erst, wenn ich mich in den anderen einfühlen und eine Differenzierung machen, kann ich Wertschätzung und Anerkennung geben.

Gerade kleinere Kinder, die in ihrer Familie einfach sind und die Bedingungen und Gegebenheiten als “Idealzustand” wahrnehmen, können nicht vergleichen (und haben grundsätzlich auch kein Interesse daran, denn sie sind in der für sie besten Familie). Erst mit zunehmenden Alter und durch die Fähigkeit des kritischen Denkens, Vergleichens, Beobachtens ist es mehr und mehr möglich, Unterschiede festzustellen und Wertschätzung für die Eltern zu geben.

Normalerweise kommt jedoch ein wirkliches, echtes Veständnis für das Elternsein erst dann, wenn Kinder selbst Eltern sind.

#4 Über die Verantwortung eigene Bedürfnisse zu stillen

(Bedingungslose) Elternschaft ist deine schwierigste, größte Wachstumsaufgabe. Für mich ist es nach wie vor die Pflicht und Aufgabe von uns Eltern, für die Kinder da zu sein, sie zu schützen, sie ins Leben zu begleiten, ihre Potentiale zu sehen und dabei zu helfen sie zu entfalten. Elternsein heißt in Liebe zu geben, ohne Liebe (in Form von Dankbarkeit oder Wertschätzung) zurück zu fordern!

Wenn wir Eltern ein Bedürfnis (z.B. nach Anerkennung und Wertschätzung haben), ist es unsere Aufgabe diese Bedürfnis zu erfüllen! Es ist niemals die Aufgabe der Kinder (uns zu danken für unsere Mühen), unseres/unserer Partner*in oder unseres/unserer Chefs/Chefin oder sonst jemandem.

In „Gemeinsam wachsen“, meinem 12-wöchigem Mentoring-Programm, begleite ich hier Eltern ganz spezifisch darin, ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen, zu formulieren und letztendlich Konflikte mit dem Kind zu lösen, in dem sie zuerst sich selbst spüren!

Den Blickwinkel ändern

Wie kannst du also dein Bedürfnis nach Dankbarkeit, Wertschätzung und Anerkennung nähren? In dem du zu einem Erwachsenen gehst und sagst, was du brauchst. ”Bitte umarme mich mal.”

In dem du deinen Blick schulst:

  • Wo geben dir Menschen bereits Wertschätzung, wo du sie bislang nicht wahrgenommen hast z.B. in Gestik, Mimik, Haltung?
  • Wo erhältst du ein “danke”, dass du noch gar nicht gehört hast?
  • Wo ruft dein Kind “Mama/Papa, schaust du mit mir XY an?”, weil es deine Nähe sucht und dich als Mutter/Vater sieht?
  • Wo nimmt dein Kind deine Hand und zieht dich irgendwo hin, weil es ihm/ihr wichtig ist, dass du etwas mit ihm/ihr machst?
  • Wo erfährst du Nähe von deinem Kind, ganz unterwartet?
  • Wo kommt dein Kind/Partner*in/Kollege*in und fragt dich aktiv um Rat?
  • Wo schreibt dir jemand eine Nachricht “ich hab grad an dich gedacht”? Wo hört dir jemand genau zu, schenkt dir ein offenes Ohr?

Wertschätzung zeigt sich in vielen vielen Momenten zwischendurch.

Um unser inneres, verletztes Kind heilen und den Weg in die bedingungslose Elternschaft gehen zu können, müssen wir loslassen von unseren Erwartungen (an uns selbst und an unser Kind), unsere eigenen Schmerzen und Erfahrungen sehen und integrieren, während wir gleichzeitig unser Kind in seinem Sein begleiten – ohne es nach unseren Vorstellungen und unerfüllten Bedürfnissen zu formen.

Es ist ein loslassen und gemeinsam wachsen.

Wenn du diesen Weg gehen willst, dann komm auf die Warteliste von „Gemeinsam wachsen: Von der Wut zur respekt- und liebevollen Eltern-Kind-Beziehung“ oder mache hier ein kostenfreies Kennenlerngespräch mit mir aus.

 

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