Gefühle

Wir dürfen Gefühle haben

von Manuela Festl

Photo by Caleb Woods by unsplash

2 Schritte, die dich zu dir bringen

1. Gefühle erspüren, lernen

Meine Tochter und ich schauen uns ein großes Buch über SPORT an. Es ist eine wahre Fotodokumentation von diversen Sportlern, Sportarten und Sportevents. Auf einem Bild, das sich über die ganze A4 – Seite zieht, sieht man Roger Federer: Nach einem unfassbaren Tenniskrimi sackt er auf dem Court zusammen: Zum fünften Mal in Folge gewinnt er Wimbledon (2007). Rekord! Eine Sensation!
Während ich die Bildunterschrift dazu durchlese, Gänsehaut bekomme bei der Vorstellung, wie es ihm wohl gegangen sein, welche Erleichterung und Glücksgefühle er wohl gehabt haben muss, fragt mich meine Tochter:

Sie: „Was macht der da?“
Ich: „Was denkst du?“
Sie: „Er hat sich weh getan.“
Ich: „Warum denkst du das?“
Sie: „Weil der Mund so offen ist.“

Wie spannend! Was für eine interessante Beobachtung, denke ich mir.
Wir analysieren zusammen das Bild.
Wir überlegen, wie unsere Körperhaltung ist, wenn wir uns weh tun. Ja, nach unten geneigt. Wir bücken uns, wir senken auch den Kopf, wenn wir traurig sind. So, als ob wir von oben herab abgeduscht würden, wird der Körper immer kleiner bei negativen Empfindungen…
Und da?
Roger Federer schreckt sich nach hinten, der Brustkorb geht regelrecht auf. Die Hände sind offen und gehen in die Luft. Der Kopf ist nach hinten geneigt. Der Mund ist offen.

Ich: „Was denkst du jetzt?“
Sie: „Der freut sich.“

Und wie er sich freut!!!!!!! Nochmal Gänsehaut.

2. Gefühle und Strategien vorleben

Unsere Gefühlswelt zu erforschen ist so spannend, so individuell und so universal! Schon in meinem Studium – der Linguistik – war es ein Thema, das alle „bearbeiten“ wollten: Der Bedarf war da, jeder durfte sich frei austoben beim Thema „Emotionen“, besonders und vor allem dann, wenn das Ganze interdisziplinär und kontrastiv beleuchtet wurde. (Die Freie Universität Berlin hat dazu sogar ein Cluster „Language of Emotion“ ins Leben gerufen, in dem man über 7 Jahre lang in 70 Forschungsprojekten das Thema genau untersuchte.)

Bei den Gefühlen und Emotionen entstehen so viele Fragen, u.a.:

  • Was bedeuten diese Wörter wie „Wut“, „Angst“, „Freude“ eigentlich?
  • Wie kann ich sie beschreiben?
  • Was passiert da überhaupt in mir, mit einem Körper, im Gehirn?

Und für uns Eltern wichtig:

  • Wie kann ich diese Empfindungen meinem Kind beibringen, zeigen, erklären und ihm helfen, seine Emotionen mit geeigneten Strategien zu regulieren?

Fakt dazu ist:
Ein angemessener Umgang mit Emotionen (z.B. Wut) ist eine Kompetenz, die Kinder erst lernen und die aber auch neu „kodiert“ also neu erlernt werden kann!
Je besser wir Eltern also unsere Gefühle kennen, beschreiben und vorleben, wie wir Emotionen regulieren, desto besser können es unsere Kinder auch!

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