Podcast #1 – Loslassen und gemeinsam wachsen

Nomen est omen – ja, so ist es. Zumindest gilt das für die Namensfindung meines Podcasts. Denn „loslassen und gemeinsam wachsen“ sind für mich die Inbegriffe von bewusster und bedingungsloser Elternschaft.

Warum das so ist und wohin die Reise geht, das erzähle ich dir direkt in der ersten Episode!

Bewusste Elternschaft

Hallo und herzlich willkommen, ich freue mich, dass du heute bei dieser ersten Folge meines Podcasts loslassen und gemeinsam wachsen mit dabei bist.

Und genau darum geht es heute. Es geht ums Loslassen von Erziehungsmythen, Ängsten und Glaubenssätzen, Sprachmustern einerseits und um das beidseitiges Wachstum in seinen eigenen Fähigkeiten, im Spiel vom Nähe und Distanz andererseits.

Ich bin Leben, das leben will inmitten von Leben, das leben will. (Albert Schweizer)

Doch was bedeutet denn „bewusste Elternschaft“ überhaupt?
Bewusstsein fängt dort an, wo Reflexion möglich ist. Wo ich mir Fragen, um meinem bewusste(n)-Sein näher zu kommen:

  • Was wünsche ich mir eigentlich für ein Kind?
  • Welche Ziele habe ich eigentlich? Also welche langfristigen Ziele?
  • Was für eine Art Mensch möchte ich, dass mein Kind wird? Will ich, dass andere sagen: „Mensch ist der/die aber brav?“ Weil da jemand ist, der alles hinnimmt oder möchte ich, dass mein Kind jemand wird, der neue Lösungen entwickelt, der mitfühlend mitdenkt und gerade etwas verbessert? Gar anders macht? Weiterentwickelt?

Sobald wir anfangen uns Fragen zu stellen, beginnen wir einen Widerspruch zu entdecken zwischen dem, was wir wollen für unser Kind und unserem eigenen konventionellen Denken. Dieses Hinterfragen kann uns weiter tiefer führen, in den Alltag hinein:

  • Ist das, was ich gerade von meinem Kind will, abverlange, fordere, sage, die Art und Weise meiner eigenen Reaktion und Handlung (die das Ergebnis meiner Gedanken darstellt) oder
  • die Gedanken, die ich hab, was mein Kind jetzt endlich tun soll, dienlich für eben diese langfristigen Ziele, die ich habe, für mein Kind, seine Entwicklung, unsere Beziehung?

Ich muss als Erwachsener also anfange zu hinterfragen, ob die Ideen über Kinder, über meine Rolle, über meine Aufgaben, über das Konstrukt „Erziehung“ (einer zieht am anderen, formen, zu etwas machen) eigentlich dem standhaltend was wirklich förderlich ist? 

Loslassen von Erziehung

Auf diesem Weg der Bewusstwerdung kannst du nicht anders als zu hinterfragen, ob das, was du selbst erlebst hast, dienlich war für deine Identitätsbildung.
Und ob all die Glaubenssätze und Ideen, die du von Erziehung hast, eigentlich stimmen:

  • Kinder werden verwöhnt
  • Wenn man ihnen den kleinen Finger gibt….
  • Prinzessinnen und Prinzen heranziehen

Um dann schließlich festzustellen, dass die Art der Erziehung, nämlich eine an Bedingungen geknüpftes Erziehungkonzept, die du selbst erlebt hast, die Worte, die Handlungen, die man dir gegenüber angebracht hast, ja so ganz und gar nicht dienlich für dich waren.

Für dich und dein erlebtes Erziehungskonzept bedeutet das konkret: Erst dann, wenn du dich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten, reagiert, gezeigt, gedacht, gefühlt hast – dann erst was du „richtig“, „brav“ und hast du dich geliebt und angenommen gefühlt!

Erst dann ist die Liebe, die deine Eltern dir gegenüber haben, bei dir angekommen – dabei sollte genau das, nämlich die Liebe, niemals Teil eines Tauschhandels sein, das ich mir erst verdienen oder wofür ich bezahlen muss. Liebe ist ein Anrecht eines jeden Menschen.

Die Art, wie wir heute Liebe, Zugehörigkeit, Verbundenheit empfinden, ist geprägt von unserer eignen Ursprungsfamilie.

Ohne jeden Zweifel: die Art, wie du als Erwachsene/r heute dein Empfinden von Liebe, dein Empfinden von Zugehörigkeit und Selbstwert erlebst, ist geprägt von deiner eignen Ursprungsfamilie – und das gilt im Umkehrschluss auch für dein Kind auch seine Eltern-Kind-Beziehung.

Es geht also darum, das „Miteinander“ in dieser Subjekt-Objekt-Beziehung loszulassen.

Denn in einer Objektbeziehung passiert genau das: hier macht der eine den anderen zum Objekt seiner Vorstellungen, Ideen, Ziele, Absichten, der andere wird mit geeigneten Methoden, (subtil) verbal, psychisch, physisch unter Anwendung von Kontrolle, Macht(missbrauch) oder Gewalt, geformt. Wenn ich also zum Objekt gemacht werde z.B. durch Belehrungen, Konsequenzen, Lob, Bestrafung,

  • mache ich andere auch zum Objekt („Du bist selbst blöd! Doofe Mama!“) oder
  • die objektivierte Person macht sich selbst zum Objekt („Ich bin total dumm.“)

Loslassen von alten Sprachmustern

Natürlich ist ein Hauptteil dann das Loslassen von einer Sprache, die nicht deine ist.
Dazu gehören jede Form von Belehrungen, Kritik, Sarkasmus, Predigten, Beschämungen,  Beschuldigungen, Feindseligkeiten, auch Lob und vor allem Bestrafung.

„Hör auf…“, „Geh und mach…“, „Lass das,…“,
„Räume sofort…“, „Ich will, dass du…“, „Beeil dich“, „Mach das jetzt.“ „Wenn du (nicht)…, dann…“, „Mach sofort…, sonst…“, „Ich zähl jetzt bis drei, …“, „Mach niemals…“, „Man macht nicht…“ „Du sollst nicht…“, „Glaubst du denn, …“, „Du bist…“, „Das ist wirklich doof von dir“, „Es gehört sich nicht,…“, „Man macht das nicht…“, „Wegen dir…“, Wie oft muss ich noch sagen, dass…“, „Ist doch nicht so schlimm, hab dich doch nicht so“, „Nichts passiert!“, „Gut gemacht!“, „Ach du bist so lieb!“

Loslassen von Überzeugen

Um bedingunglose und bewusste Elternschaft leben zu können, heißt das auch, dass wir unsere eigenen Ängste kennen, wahrnehmen und vor allem spüren müssen! Dass wir dann loslassen davon, alles unter Kontrolle haben zu wollen, auf alles eine Antwort wissen zu müssen oder fremden (eigenen) Erwartungen zu entsprechen.

Das heißt, dass wir unser eigenen Überzeugungen, Glaubenssätzen auf den Grund gehen müssen, um herausfinden zu können, wer wir eigentlich wirklich sind oder nur dachten zu sein.

Gemeinsam wachsen 

Gemeinsam wachsen bedeutet also schließlich, dass wir

1. Kinder bedingungslos akzeptieren, sie lieben für das, was sie sind und nicht für das, was sie tun 

2. Kinder regelmäßig die Möglichkeit geben, Entscheidungen über Dinge zu treffen, die sie unmittelbar angehen 

3. Bedürfnisse der Kinder achten, äußern und leben darf sowie und Orientierungshilfen bitten, statt Gehorsam einzufordern .

4. Fehlverhalten als Möglichkeit ansehen, Probleme zu lösen und etwas zu vermitteln, statt als Regelverletzung, für die das Kind bestraft werden muss 

5. Die Hintergründe des kindlichen Verhaltens betrachten, um die Motive und Gründe zu verstehen, die dem zu Grunde liegen 

6… es heißt für mich auch, dass ich verletzlich bin. Dass ich runter steige von meiner Idee alles im Griff zu haben und mich stattdessen selbst entdecke 

Für mich heißt „gemeinsam wachsen“ außerdem ganz besonders,  dass….

… dass wir als Eltern uns selbst annehmen – mit unseren Gefühlen, Bedürfnissen, Macken.

…dass wir bereit sein wollen, die Teufelskreise zu durchbrechen, die da sind un unsere eigenen Wunden heilen, also durch den Schmerz gehen, statt diese ungefiltert auf die nächste Generation zu übertragen

…wir uns als Mensch und Mitmensch weiterentwickeln. Dass ich verstehe, dass ich nur das meinen Kinder mitgeben kann, was ich habe und ich deshalb angehalten bin, selbst auf einer Reise des Wachstums und der Veränderung und des Lernens befinde.

…dass ich mich traue, meinen Schutzmantel, den ich um mich herum trage, abzulegen und vormache, was es heißt, verletzlich zu sein und trotzdem genau richtig und gut genug zu sein

Du bist die Veränderung

Du siehst: „Loslassen und gemeinsam wachsen“ beginnt bei dir

Es braucht daher definitiv Mut, aus den alten Rollen auszusteigen und sich auf Neues einzulassen. Und vor allem viele viele viele kleine Schritte, Durchhaltevermögen und Zeit.

Erziehung ist Beispiel und Liebe, sonst nichts. (Friedrich Fröbel)
 

Wenn du dir also eine gewaltfreie, bedürfnisorientierte Eltern-Kind-Beziehung wünschst, eine bewusste und bedingungslose Elternschaft leben willst, dann beginnt die Reise dorthin bei dir selbst. Es geht darum, dass du dich selbst zu entdeckst, dich selbst verstehst. Denn die Art, wer du wirklich bist und wie du dich verhältst ist letztendlich ausschlaggend dafür, wie sich dein Kind entwickelt. Auch wenn du es nicht glauben magst, bereits jede kleine Veränderung trägt schon den Keim des Erfolgs in sich.

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