Podcast #6 – Warum ist es wichtig von sich selbst als <Ich> zu sprechen?

Etwas, was ich immer wieder beobachte, ist, dass (Groß-)Eltern gerne von sich als „die Mama“ oder „der Papa“ sprechen.

  • „Ja, die Mama ist gleich da.“ vs. „Ich bin gleich da.“
  • „Da ist aber die Oma traurig, wenn du…“ vs. „Ich bin traurig.“
  • Der Papa mag das aber gar nicht.“ vs. „Ich mag das nicht.“

Auch eine Teilnehmerin meines Mentoring-Programms „Gemeinsam wachsen“ ist dies aufgefallen, nämlich bei ihrem Mann (natürlich als „der Papa“).

In dieser Podcastepisode geht es also um einen kommunikativen Aspekt – der Art, wie wir selbst über uns denken und sprechen. Es geht

  • um die Identitätsentwicklung zum „Ich“
  • die eigene Wahrnehmung als Subjekt (statt Objekt),
  • um dein Selbst und die (Vorbild-) Wirkung auf dein Kind
  • um ehrliche Rückmeldung,
  • den Aufbau von Vertrauen und Sicherheit in der Beziehung.

Hör doch gern mal rein!

Subjekt-Subjekt-Beziehung

Wir denken, es wäre egoistisch und egozentrisch, vom <Ich> zu sprechen. Einem zu sagen, was man fühlt, wie es einem geht, was man denkt. Wir denken, wir würden uns damit in den Mittelpunkt stellen.

Doch genau das Gegenteil ist der Fall.

„Ich“ zu sagen, ist das Wertvollste, was wir tun können.

<Ich> sagen, ist das Wertvollste, was wir tun können. Es ist eine persönliche Aussagen über mich als Menschen, ich nehme mich also selbst als Subjekt wahr und nicht als Objekt!

In der Erste-Person-Perspektive habe ich mich als Mensch im Blick, mit Gefühlen, mit den Erfahrungen und Erkenntnissen, die ich mache. Wenn ich vom „Ich“ spreche, spreche ich von dem, was ich bin als Mensch, und von dem, was mich auszeichnet.

Wenn ich <Ich> sage, meine eigene persönliche Integrität zum Ausdruck bringe, dann erkennt mein Gegenüber, wer ich genau in diesem Moment bin. Es geht darum, die verschiedenen Teile des „Selbst“ zu erkennen und zu integrieren.

Mein Vater ist so sehr er, dass er mir Lust gibt, so sehr ich zu sein, wie er er ist.“ (André Stern)

In der Tiefe geht es hier auch um das sogenannte Gewahrsein: Wie geht es mir? Es geht um Körperempfindungen, Bilder, Gefühle, Gedanken. Unser ganzes mentales Leben ist erfüllt von subjektiven Erfahrungen mit Gedanken, Gefühlen, Erinnerung und anderen mentalen Aktivitäten, die direkten Einfluss auf unser Handeln haben. All das bildet die Struktur unsere inneren Lebens ab.

Wenn ich von mir spreche, kann ich mein Innerstes äußern. Mit meiner ganzen Persönlichkeit, mit meinem Wesen, so wie ich bin – mal gut gelaunt, mal schlecht gelaunt, mal traurig, mal fröhlich.

Alle Verantwortung bleibt dann bei mir. Ich fühle so – jetzt. Ich bringe damit meine eigene persönliche Integrität zum Ausdruck! Ich sage, was „ich mag / nicht mag“, was „ich will oder nicht will“ – es geht um mich, meine eigenen Grenzen Bedürfnisse, Gefühle – in meiner ganz persönlichen Sprachen. Ich geb dem anderen die Möglichkeit, mich näher kennen zu lernen, damit wir uns authentisch begegnen können. 

Erst, wenn ich von mir spreche, kann mein Kind verstehen, wer dieser Mensch eigentlich ist, dem ich da voll vertraut. Es hat dadurch die Chance diesen Menschen kennenzulernen, mit seinen Werten, Wünschen, Träumen. Dabei gibt ehrlich und liebevolle Rückmeldung letztendlich Sicherheit.

Und durch Sicherheit entsteht Vertrauen.

 

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