Nervensystem regulieren: Sicherheit finden für dich und dein Kind – ein Interview mit Kati Bohnet

Kennst du das Gefühl, dass dein Alltag nur noch im „Funktionieren“ besteht?
Du hetzt von einer Aufgabe zur nächsten, versuchst alles gleichzeitig zu managen – Kinder, Haushalt, Job – und merkst erst dann, wie angespannt du bist, wenn du kurz vorm Explodieren stehst (oder, wenn wir mal ehrlich sind, nachdem du bereits explodiert bist)?

Genau darüber habe ich mit Kati Bohnet gesprochen. Kati hat eine bewegende Geschichte: Schon als Kind musste sie Verantwortung übernehmen und früh spüren, wie es ist, wenn Sicherheit fehlt. Heute ist sie Gestalt- und Traumatherapeutin (Somatic Experiencing®), alleinerziehende Mutter von zwei inzwischen erwachsenen Jungs und Autorin des Buches „Nervenstark verbunden*“. Sie weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, ständig „auf rohen Eiern“ zu laufen – und welche kleinen Schritte helfen, um wieder bei sich anzukommen.

Eines ihrer Zitate hat mich besonders berührt:
„Unser Nervensystem sucht die ganze Zeit nach Sicherheit – das ist seine Aufgabe, uns am Leben zu halten.“

Und genau darum geht es in dieser Episode:
Wie kannst du in deinem Alltag Sicherheit finden, dein Nervensystem regulieren und damit nicht nur dir selbst, sondern auch deinem Kind Stabilität schenken?

In dieser Episode erfährst du…

  • warum unser Nervensystem ständig nach Sicherheit sucht und was die Polyvagal-Theorie damit zu tun hat
  • welche Anzeichen dir zeigen, dass du längst im Stressmodus bist
  • wie Co-Regulation funktioniert und warum sie für Kinder überlebenswichtig ist
  • warum Haltung und Selbstreflexion entscheidend sind, um alte Muster zu durchbrechen
  • welche kleinen Schritte – wie die humorvolle „Klo-Regulation“ – dir sofort helfen können

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Warum Wissen allein nicht reicht

Im Gespräch erzählt Kati, wie sie als neunjähriges Kind, das in einer Familien aufwuchs mit Pflege-, Adoptiv- und leiblichen Geschwistern, bereits gelernt hat, ihr Umfeld zu scannen, um sicher zu sein: „Ich konnte früh spüren, wann wir zu laut sind. Doch halt mal ein einjähriges Kind irgendwie still – das geht gar nicht.“ Diese ständige Alarmbereitschaft wegen ihres cholerischen Vaters hat ihr Nervensystem geprägt.

Heute arbeitet sie mit Familien, die Ähnliches erleben. Sie sagt klar: „Je regulierter ich bin, desto mehr greift alles andere, was ich danach tue.“ Das bedeutet: Wenn wir selbst in unserer Mitte sind, können wir auch für unsere Kinder ein sicherer Hafen sein.

Dein Nervensystem reagiert, noch bevor du dir bewusst bist

Die meisten Frauen bemerken jedoch leider erst sehr spät, dass sie längst im Stressmodus sind. Ihr Körper sendet dabei schon lange Anzeichen – flacher Atem, verspannte Muskeln, angespannter Kiefer – doch im Alltag wird es überdeckt, weil sie nur noch funktionieren.
Erst dann wenn die Explosion kommt, merken sie: Ich war schon längst überfordert, gereizt, angespannt. Genau hier setzt Nervensystemarbeit an – es geht darum wieder zu lernen, die leisen Signale wahrzunehmen. Das ist der Weg zur inneren Verbundenheit , den du Schritt für Schritt gehen kannst. Denn wenn du sie nicht wahrnimmst, bleibt dur oft nur noch die Reaktion im „Fight-or-Flight-Modus“.

Co-Regulation: Dein Kind lernt von dir!

Kati hat genau darauf besonders hingewiesen: „Kinder lernen nicht in Workshops, wie man sich reguliert – sie schauen, wie die Erwachsenen es machen.“

Das bedeutet: Wenn wir uns selbst im Stressmodus verlieren, erleben unsere Kinder genau das. Wenn wir aber bewusst innehalten und uns regulieren, spüren sie nicht nur die Sicherheit, die wir ausstrahlen, sondern lernen auch Wege der Selbstregulation für sich kennen. Co-Regulation ist kein theoretisches Konzept, sondern ein gelebtes Vorbild.

Kleine Pausen im Alltag

Ehrlich, es braucht keine komplizierten Methoden, sondern kleine Werkzeuge zur emotionalen Regulation, die dir helfen (in meinem Raum „Verbunden Sein“ gibt es eine ganze Reihe dazu). Kati spricht in der Episode von der humorvollen „Klo-Regulation“: ein kurzer Moment, in dem du auf der Toilette innehältst, atmest und dich fragst: Wie geht es mir eigentlich gerade?

So simpel dieser Ansatz klingt – er kann der Anfang einer neuen Gewohnheit sein. Kleine, bewusste Pausen helfen, neue Bahnen im Nervensystem zu legen. Und mit der Zeit, der Übung und Wiederholung entsteht daraus eine tiefe innere Stärke.

Nervensystenregulation ist der wichtigste Teil in der Bewussten Elternschaft

Bewusstsein über dein Nervensystem und Werkzeuge zu erlangen, wie du achtsam und liebevoll mit dir sein, dich spüren und emotional beruhigen kannst, ist der wichtigste Aspekt in der bewussten Elternschaft und gewaltfreien Konfliktlösung. Es geht schließlich darum, mit Bewusstsein in schwierigen Moment zu reagieren (statt im Automatismus), dich selbst in deiner Tiefe zu spüren, um mitfühlend mit dir und deinem Kind sein zu können.

Erst dann wird es dir möglich sein, gleichwürdige, fried-, respekt- und liebevolle Beziehungen gestalten zu können.

In der Ganzheit geht also auch darum:

Genau hier setzt mein Raum Verbunden Sein an.
Es ist der Raum, in dem du nicht nur lernst, dein Nervensystem zu regulieren, sondern die gesamte Bandbreite des Wandels erlebst: von Selbstfürsorge über Achtsamkeit bis hin zum Mut, dein Leben und deine Beziehung so zu gestalten, wie du es dir wünschst!

In Verbunden Sein begleite ich dich dabei, dich selbst wieder wahrzunehmen, Strategien für den Alltag zu entwickeln und deine Rolle als Mutter neu zu gestalten – liebevoll, bewusst und getragen von einer Gemeinschaft, die dich versteht. Denn wahre Veränderung entsteht nicht im Alleingang. Sie entsteht dort, wo wir uns verbunden fühlen – mit uns selbst und mit anderen.

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